
Wenn die letzten Ausfahrten der Saison hinter uns liegen und morgens Nebel über den Straßen hängt, beginnt in vielen Garagen die Winterpause. Salz auf den Straßen ist für einen Klassiker der größte Feind, deshalb bleiben die meisten Oldtimer von Ende Oktober bis ins Frühjahr stehen. Wie gut sie diese Monate überstehen, entscheidet sich beim Einmotten.
Vor dem Abstellen: Technik
Das Fahrzeug sollte in einem Zustand abgestellt werden, der ihm über Monate nicht schadet. Wer die Standzeit gut vorbereitet, hat im Frühjahr deutlich weniger Arbeit.
Unsere Checkliste für die Technik:
- Volltanken, damit sich im Tank möglichst wenig Kondenswasser bildet. Bei alten Blechtanks ist das besonders wichtig.
- Einen Ölwechsel vor der Pause statt danach einplanen. Altes Öl enthält Säuren und Verbrennungsrückstände, die über den Winter im Motor sitzen würden.
- Frostschutz im Kühlwasser prüfen. Ein geplatzter Motorblock ist bei einem Klassiker eine teure Angelegenheit.
- Die Batterie an ein Erhaltungsladegerät hängen oder ausbauen und frostfrei lagern.
- Den Reifendruck etwas erhöhen oder das Auto aufbocken, damit sich keine Standplatten bilden.
- Die Handbremse lösen und stattdessen einen Gang einlegen oder Keile unterlegen, sonst können die Beläge festrosten.
- Auspuff und offene Ansaugöffnungen gegen Mäuse verschließen und einen gut sichtbaren Zettel ans Lenkrad hängen, damit das im Frühjahr nicht vergessen wird.
Vom gelegentlichen kurzen Anlassen im Winter raten wir ab. Der Motor wird dabei nicht richtig warm, es bildet sich Kondenswasser im Öl und im Auspuff, und das schadet mehr, als es nützt. Besser ist es, das Auto in Ruhe stehen zu lassen.
Karosserie, Innenraum und Stellplatz
Vor dem Abstellen gehört das Auto gründlich gewaschen, und zwar auch am Unterboden und in den Radkästen. Danach muss es vollständig trocknen, bevor es in die Garage kommt. Eine Schicht Wachs auf dem Lack und etwas Pflegemittel an Chrom und Gummidichtungen schützen zusätzlich.
Im Innenraum sollte nichts Feuchtes liegen bleiben. Fußmatten herausnehmen, das Leder pflegen und eventuell einen Luftentfeuchter oder ein Säckchen mit Granulat hineinstellen. Die Fenster einen Spalt offen zu lassen, hilft gegen muffigen Geruch, allerdings nur, wenn die Garage sicher und trocken ist.
Die Abdeckung muss atmungsaktiv sein. Eine Plastikplane hält zwar Staub fern, schließt aber auch Feuchtigkeit ein, und das ist für Lack und Chrom schlimmer als etwas Staub. Der ideale Stellplatz ist trocken, gut belüftet und möglichst gleichmäßig temperiert. Eine beheizte Garage ist dabei gar nicht nötig, starke Temperaturschwankungen dagegen sollten vermieden werden.
Zum Schluss lohnt ein Blick in die Unterlagen: Läuft das Fahrzeug auf ein Saisonkennzeichen, ist die Frage nach der Versicherung meist schon geklärt. Wer ganzjährig angemeldet ist, sollte mit der Versicherung sprechen, ob sich für die Standzeit etwas anpassen lässt. Dann kann der Winter kommen, und im Frühjahr wartet ein Auto, das bereit für die erste Ausfahrt ist.